Tai Chi:

Tai Chi ist eine alte chinesische Bewegungskunst, Gesundheitsübung und Meditation.


 

Geschichte:

Über die Entstehung des Tai Chi gibt es viele Geschichten und Legenden. Die erste Schrift darüber wird dem daoistischem Mönch Zhang San-Feng zugeschrieben. (Ende der Sung-Dynastie, ca. 1127-1279) Er gilt für die meisten als Begründer des Tai Chi.

Zhang San-Feng hielt sich in den Bergen auf, als er den Angriff eines Falken auf eine Schlange bemerkte. Er beobachtete, wie die Schlange den geraden Angriffen immer wieder mit kreisförmigen Bewegungen des Kopfes auswich und bis zum Angriff in völliger Ruhe verharrte. Da verstand Zhang San-Feng die Prinzipien von yin und yang. Er formte daraus eine neue Kampfkunst, das Tai Chi, basierend auf diesem Verständnis und unterrichtete die daoistischen Mönche in den Wudang Bergen. 


 




Tai Ji Quan - Tai Chi Chuan - Tai Chi

Es gibt verschiedene Schreibweisen. Das Tai Ji Quan (Tai Chi Chuan) wird abgekürzt auch nur Tai Chi genannt. Quan (Chuan) bedeutet die Faust und wird oft einfachhalber weggelassen.

Tai Chi heisst wörtlich übersetzt «das Höchste Letzte» oder auch «Firstbalken». Firstbalken, der oberste Träger des Hausdaches, wo beide Dachseiten zusammenkommen. Tai Chi steht auch für die Harmonie von yin und yang, wie sie im bekannten Symbol zum Ausdruck kommt.

Die Abfolge der ruhigen, meist zeitlupenhaften und beständig fliessenden Bewegungen, der sogenannten Form, ist ein wichtiger Teil des Tai Chi. Neben der Soloformen sind auch die Formen mit Schwert, Stock, Fächer etc. sehr beliebt.

«Keine Kraft anwenden» gilt für alle Übungen des Tai Chi, auch für die vielen Partnerübungen.


Die Stile

Der Chen-Stil:

Der älteste bekannte Stil des Tai Chi ist der Chen-Stil mit seinem Begründer Chen Wang-Ting (1597 – 1664) Auffallend sind die fliessenden Übergänge zwischen langsamen, weichen und explosiven, schnellen Bewegungen.

Der Yang-Stil:

Yang Lu-Ch`an(1799 – 1872) entwickelte aus dem Chen-Stil den nach ihm benannten Yang-Stil. Für die Verbreitung des Tai Chi kommt ihm besondere Bedeutung zu, da er möglichst vielen Menschen das Tai Chi zugänglich machen wollte. Harmonische, weich fliessende Bewegungen zeichnen diesen Stil aus.

Der Wu-Stil:

Wu Ch`ien-Chuan (1870 – 1942) gilt als Begründer des Wu Stils. Dieser Stil zeichnet sich durch kurze elegante Schritte und schnelle Bewegungen mit abwechselnd öffnenden und schliessenden Armen aus

Der Sun Stil:

Der Sun Stil geht auf Sun Lu-Tang (1861 – 1932) zurück. Eine Mischung von Elementen aus Boxkampfkünsten mit raschem Wechsel von Vor- und Zurück-bewegungen.

Der Peking-Stil:

1956 wurde von der staatlichen Sportkommission Chinas die Peking-Form, oft auch als 24-er Form benannt, veröffentlicht. Die Pekingform basiert grundsätzlich auf dem Yang-Stil. 



Die Wirkungsweise des Tai Chi:

Durch das Ausüben von Tai Chi schulen wir die Körperwahrnehmung, die Koordination und das Gleichgewicht. Die langsamen Bewegungen helfen die Gelenke zu entlasten, die Muskeln zu kräftigen und die Körperhaltung zu verbessern. Das regelmässige Üben wirkt sich positiv aus auf die Atmung, den Energie- und Blutkreislauf und die Verdauung.

Tai Chi führt mit seinem meditativen Charakter zu Harmonie und Ausgeglichenheit und das Üben beinhaltet Entspannung und Konzentration.

Mit einem einzigen Satz kann man die Wirkungsweise zusammengefasst folgendermassen deuten.